Doch lieber in Belgien Steuern zahlen?

Ein Expertentipp für EU-Bedienstete

 

Um nicht auf der OECD-Liste der Steueroasen zu landen, meldet auch Belgien ab 2010 automatisch die belgischen Zinseinkünfte ausländischer Sparer an den Fiskus der Heimatländer. Aufgrund europäischer Vorschrift werden auch Bedienstete der EU-Behörden grundsätzlich wie Ausländer behandelt. Daher hat so mancher Beamte schnell noch vor Jahresende Steuererklärungen in Deutschland eingereich.

 

Ein Steuerparadies für Arbeitnehmer?

"Vorteile jeglicher Art" machen in Belgien vieles möglich

 

 

Belgien schützt zwar die Vermögen seiner Sparer, doch Lohnempfänger zahlen schnell eine Einkommensteuer von über 50 Prozent. Damit gehören die Steuersätze im Königreich zu den höchsten weltweit. Auch die Sozialabgaben liegen weit über dem Durchschnitt.

Doch nur auf den ersten Blick ist Belgien ein Hochsteuerland für Arbeitnehmer. Pauschalen und Zuschüsse machen die Abgabenlast erträglich. Allerdings kennen selbst die meisten belgischen Arbeitgeber die vielen Möglichkeiten nicht, dem Fiskus ein Schnippchen zu schlagen.

 

Erbschaftsteuer und Schenkungen

Ein Expertentipp

 

 

Für Immobilien, die in Belgien liegen, fällt belgische Erbschaftsteuer an. Dies gilt auch dann, wenn der Verstorbene in Deutschland seinen Wohnsitz hatte. Die aus Deutschland bekannten hohen Steuerfreibeträge z.B. für Ehegatten oder Kinder gibt es in Belgien nicht.

 

Belgiens Bankgeheimnis ist perdü

Nun nimmt der deutsche Fiskus EU-Beamte ins Visier

 

Um nicht auf der OECD-Liste der Steueroasen zu landen, will Belgien ab 2010 beim Informationsaustausch zwischen den Finanzbehörden der EU-Mitgliedsländer mitmachen. Es zeugt von Sinn für legislative Ironie, wenn Autoren eines Gesetzes zu dessen Opfern werden.

Im Fall der EU-Zinssteuer-Richtlinie könnte das jetzt eintreten. EU-Beamte, die sich das umstrittene Gesetzeswerk ausgedacht haben, könnte zum Verhängnis werden, dass der belgische Staat auf Druck der großen Industriestaaten sein Bankgeheimnis preis gibt.

 

Steuerfalle Lobbyregister

Das Risiko wächst, erwischt zu werden

 

Mehr Transparenz fordert die EU von den Interessenvertretern in Brüssel. Doch wer freimütig Auskunft gibt, muss damit rechnen, ins Visier des belgischen Fiskus zu geraten. Der nutzt das neue Verzeichnis als willkommene Informationsquelle.