Für Steuerwettbewerb in Europa

Alle Jahre wieder machen die EU-Institutionen einen Vorstoß, um sich eigene Steuereinnahmen zu verschaffen. Dazu kommt noch das notorische Bestreben, die unterschiedlichen Unternehmenssteuern in den Mitgliedsländern auf das gleiche Niveau zu bringen. Seit jeher setzt der Europäische Bund der Steuerzahler, kurz TAE (Taxpayer‘s Association of Europe) alles daran, damit es nicht so weit kommt. Denn sowohl eine EU-Steuer wie eine Harmonisierung von Unternehmenssteuern führen nur zu weiteren Belastungen der Steuerzahler.

 

Flandern punktet mit niedrigen Steuern beim Fahrzeugkauf

Wer sich einen Neuwagen kaufen will, reibt sich gelegentlich die Augen: Mit dem Erwerb eines neuen Golf GTI mit 220 PS (161,81 KW) ist in der Wallonie und in Brüssel eine Steuer von rund 5 000 € fällig. Wer aber in Flandern seinen Wohnsitz hat, zahlt nur rund 200 €. In beiden Fällen neben der Mehrwertsteuer von 21 Prozent, versteht sich.

 

Walter Georg Grupp bei Thomas Philipp Reiter

Walter Grupp ist Rechtsanwalt. Die Bundeswehr hat ihn erst nach Ulm und dann Winnipeg in Kanada gebracht, das Studium der Rechtswissenschaften nach Heidelberg und Montpellier. Es folgte eine Ausbildung bei der Weltbank in Washington D.C. und bei der EU-Kommission in Luxemburg. Seit 1987 ist Walter Grupp nun niedergelassener Anwalt in Brüssel. Er ist Vertrauensanwalt der Deutschen Botschaft hier ebenso wie Anwalt bei der Vertretung der EU-Kommission am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg.

 

Keine Gnade beim Verschweigen von Zinseinnahmen aus dem Ausland

Beinahe alle europäischen Länder melden die Zinseinnahmen ihrer Anleger an den Fiskus der Heimatländer. Für Luxemburg und Österreich gelten (noch) Sonderregelungen. Ab 2016 wird aber auch Luxemburg mit der Meldung beginnen. Österreich hat ebenfalls Mitteilungen angekündigt. In Belgien wurden die Finanzämter kürzlich angewiesen, nicht deklarierte Zinsen mit einem 50-prozentigen Zuschlag auf die Steuer zu ahnden und zwar rückwirkend für 7 Jahre. Dazu kommen noch weitere 7 Prozent als Verspätungszinsen.

 

Belgien streicht Steuerprivilegien für Ausländer

Der Schirm ist jetzt weg

Belgien soll ein Steuerparadies sein? Es gibt schlechte Nachrichten für die vielen Unternehmervertreter aus dem Ausland, die bisher vom Status eines so genannten „non-résident/Niet-rijksinwoner“ profitierten. Die Staatskassen sind leer, und deshalb gilt jetzt: Wer mehr als 25 Prozent seiner Arbeitszeit außerhalb von Belgien dienstlich unterwegs ist, verliert seine Freibeträge und andere Steuervorteile. Das kann für einen Verheirateten mit Kindern eine Erhöhung der Steuer zwischen 5000 und 10000 € bedeuten. Ein Alleinstehender muss mit einer Steuererhöhung von rund 1700 € rechnen. So ein Gesetz vom 8. Mai 2014 sowie ein königlicher Beschluss vom 18. Juni 2014.